Schlank werden und bleiben

Diäten gibt es so viele wie Sterne am Himmel. Da geht es um Augenfarben und Blutgruppen, um Low Fat und Low Carb. Der Kampf mit den Kilos wird immer wieder aufs Neue erfunden. Und oft genug verloren. Warum eigentlich?

Viele Diäten versprechen: Halte dich einfach für eine gewisse Zeit an unseren Plan und die Kilos werden purzeln. Zugegeben, nichts klingt einfacher, als sich einige Wochen lang nach einem vorgegebenen Plan zu ernähren – Einkaufsliste, Rezepte, alles da. Und natürlich ist es verlockend, durch „zauberhafte“ Suppen an Gewicht zu verlieren - und das so schnell, dass man wirklich nur noch von Magie sprechen kann.
Das Problem dabei: Wer sich brav an festgelegte Essrhythmen und Kochpläne hält, verliert schnell das Gefühl für seinen eigenen Körper. Hinzu kommt, dass oft bestimmte Lebensmittel verboten sind. Die erlangen dadurch aber schon nach kurzer Zeit den Status des Besonderen. Und werden noch verführerischer. Dann heißt es: Tapfer gegen das Verlangen ankämpfen. Wem dies gelingt, der darf sich tatsächlich über weniger Gewicht freuen.

Bloß: Was ist nach dieser Diätphase? Dann essen Sie meist wieder wie zuvor – Jojo-Effekt inklusive. Radikalkuren halten ihre Versprechen stets nur kurzfristig – oder auch gar nicht. Dass sie nicht funktionieren, wusste übrigens schon Wilhelm Busch:

 

Dieses treibt er 14 Tage,
darnach steigt er auf die Waage,
und da wird es freudig kund:
Heissa: minus 20 Pfund!

Wieder schwinden 14 Tage,
wieder sitzt er auf der Waage:
Autsch, nun ist ja offenbar,
alles wieder, wie es war
(W. Busch)

 

Durch das kurzfristige Übernehmen von Ernährungsweisen, die im Alltag unpraktikabel und schlichtweg nicht realistisch sind, sieht man die verlorenen Kilos ziemlich schnell wieder. Nämlich dann, wenn man zu seinen alten Gewohnheiten zurückkehrt. Sollen die so genannten Crash-Diäten funktionieren, so müsste eigentlich jeder Tag – zeitlebens – ein Diättag sein. Doch wer kann sich schon auf immer und ewig von Papaya und Ananas ernähren?

Genug vom Richtigen anstatt die Hälfte vom Falschen

Der Weg aus dem Diät-Dilemma ist daher eine langfristige und sinnvolle Umstellung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten. Und die kann nur dann funktionieren, wenn sie problemlos im Alltag umgesetzt werden kann. Sobald eine Diät diese Voraussetzung nicht erfüllt, ist sie von vornherein zum Scheitern verurteilt.

Eines gleich vorweg: Sie müssen essen, um abzunehmen! Für manche mag das paradox klingen, aber zu wenig oder gar nichts zu essen ist der falsche Weg, um an Gewicht zu verlieren. Eine Diät, bei der die Kalorienzufuhr drastisch gesenkt wird, signalisiert dem Körper vor allem eines: er muss sich auf eine Hungersnot einstellen. Also macht er, was notwendig ist. Er schaltet alle seine Körpervorgänge auf Sparflamme und versucht, so wenig Energie wie nötig zu verbrauchen. Wenn er dann nach der Diät wieder „normales“ Essen bekommt, freut er sich sehr – und beginnt bei immer noch gedrosseltem Energieverbrauch begeistert, seine Körperreserven aufzufüllen, um für das nächste Mal besser gerüstet zu sein. Dabei verwertet er jede einzelne Kalorie – und das besser und effektiver als vor der Diät.

So werden Sie zum glücklichen Verlierer

Nachhaltig abnehmen heißt, eine vernünftige, energiereduzierte und nährstoffreiche Ernährung, die nicht als „unnatürlich“ empfunden wird, zu erlernen und zu leben. Und auch wenn Sie sich ab und zu nicht an die neuen „Regeln“ halten, ist nichts verloren – wichtig ist, dass die Richtung stimmt, in die Sie sich bewegen. Sie müssen Ihren eigenen, ganz persönlichen Weg finden und gehen. Ziel ist das Erkennen von Ess- und Ernährungsfehlern, die schrittweise Umstellung des Ernährungsverhaltens und das Erreichen einer stressfreien Einstellung zum Thema Essen.

Dabei haben natürlich alle Lebensmittel ihren Platz. Denn keines von ihnen macht dick oder schlank. Es sind unsere Ernährungs- und Lebensgewohnheiten, die das tun. Daher gibt es auch kein Verbot bestimmter Nahrungsmittel. Statt auf Lebensmittel zu verzichten, müssen Sie ganz einfach lernen, richtig mit der Produktvielfalt umzugehen, auf den eigenen Körper zu hören und ihm das zu geben, was er wirklich braucht.